Über 3.000 Besucher bei der "Pfreimder Weihnacht"

Spätestens als am dritten Adventssonntag die Corona-Einschränkungen über die Weihnachtsfeiertage bekannt wurden, war klar, dass das Christfest heuer im Vergleich zu den Vorjahren unterschiedlich ausfallen wird. Daraufhin hat sich die Vorstandschaft der Kolpingsfamilie spontan entschieden etwas Neues zu wagen und zum ersten Mal die "Pfreimder Weihnacht" im Internet umzusetzen. Aus dieser - anfangs kleinen - Idee wurde schnell ein Angebot, an dem sich weit über 100 Mitwirkende und zahlreiche Vereine, Organisationen und Einzelpersonen beteiligt haben und die Vielfalt der Darbietungen war enorm. "Jeder und jede hat mit dem eigenen Können den Blumenstrauß an Beiträgen kreativ ergänzt und so kam Lustiges, Besinnliches, Nachdenkliches, Nettes zusammen und das garniert mit Musik und Gesang", so berichtet der Initiator und Kolping-Vorsitzender Georg Hirmer. Ursprünglich seien nur einige kleine Angebote geplant gewesen, aber fast alle angefragten Personen und Gruppierungen haben spontan zugesagt. "Man spürt, dass in Pfreimd die Gemeinschaft noch in Ordnung ist und man sich gemeinsam hilft", freut sich Hirmer weiter. Insgesamt konnte über die Weihnachtsfeiertage über die Homepages der Stadt und der Kolpingsfamilie ein Film vom insgesamt dreieinhalb Stunden Laufzeit in den heimatlichen Wohnzimmern abgerufen werden.

Insgesamt waren vierzig Beiträge zu bestaunen, die die einzelnen Mitwirkenden dezentral filmten und welche dann durch Georg Hirmer und Sebastian Most zu einem Stück zusammengefügt wurden. Dadurch konnte auch unter den bestehenden Kontaktbeschränkungen ein eindrucksvolles Ergebnis erzielt werden. So gestalteten die beiden Kindergärten je eine Geschichte mit Texten, Geräuschen und Musik. Matthias Zenger und Franziska Käsbauer ließen die Orgeln in Hohentreswitz und Pfreimd festlich erklingen und die Kolping-Familienkreise trugen mit Musik, Gedichten und einem lustigen Weihnachts-Dingsda bei. Die Stadtkapelle, der Projektchor, die Musikschule, der Männerchor mit der Gruppe Saitenklang, der Gesang- und Orchesterverein, Dominik und André Pflaum, Franziska und Stefanie Schreyer mit Leontien Luber, Verena und Anna Fischer und Kreuz&Quer&Friends ergänzten mit hörenswerten musikalischen Darbietungen. Bürgermeister Richard Tischler, Altbürgermeister Arnold Kimmerl, Carola Reul, Kurt F. Stangl, der Frauenbund, die Marianische Männerkongregation und der Pfarrgemeinderat ließen mit ihren, teils selbst verfassten, Beiträgen bei den Zusehern weihnachtliche Stimmung aufkommen. Viele Bilder lieferten die Fotofreunde und Hans Paulus.

"Aus der aktuellen Corona-Situation erwuchs ein Hauptanliegen dieser Pfreimder Weihnacht: getrennt und doch zusammen", erläutert Georg Hirmer eine Intention. Er hoffe, dass alle die allein Weihnachten feiern zumindest ein kleines Gefühl der Gemeinschaft spüren können, wenn sie viele Pfreimderinnen und Pfreimder auf den Bildschirm sehen können. Aber nicht nur die Zuschauer hatten ihre Freude. Auch alle Mitwirkenden konnten, wenn auch in kleine Gruppen aufgeteilt, kurzzeitig aus der häuslichen Isolation entfliehen und wieder Gemeinschaft erfahren, wenn auch nur virtuell. Die Mühen aller Beteiligten haben sich gelohnt: an den ersten drei Tagen sahen sich über 3.000 Menschen die "Pfreimder Weihnacht" im Internet an. Zugriffe kamen sogar aus den USA und China, "vermutlich von ehemaligen Pfreimdern, die jetzt über die Welt verstreut sind", so Georg Hirmer. Aufgrund dieses Erfolges wird die „Pfreimder Weihnacht“ noch bis 31.12.20 abrufbar sein.