Klosterkirche

Klosterkirche St. Johannes Baptist

Im Zuge der Gegenreformation, vornehmlich aber wegen des in der Landgrafschaft herrschenden Priestermangels gründete Landgraf Georg Ludwig von Leuchtenberg das Franziskanerkloster mit Kirche. Bereits ein Jahr nach der Grundsteinlegung konnte der Kirchenbau 1594 geweiht werden. Die Kirche diente den Leuchtenbergern neben der Pfarrkirche auch als Grablegekirche. Der eingezogene Chor ist dreiseitig geschlossen. Der Chor und das dreijochige Langhaus sind tonnengewölbt mit Stichkappen. Der Turm ist nördlich an den Chor angebaut. Die nach der 1. Hälfte des 19. Jh. entstandene stillose Inneneinrichtung orientiert sich noch nach barocken Mustern.

Einige Ausstattungsgegenstände gehören dem Barock an und stammen vermutlich von der ursprüglichen Kirchenausstattung. Die Antoniuskapelle wurde im 18. Jahrhundert angebaut. Der barocke Altar kam erst im 19. Jh. in die Kapelle und stammt nicht aus Pfreimd. Nach einer Außen- und Innenrevovierung in den 1980er Jahren erhielt das Langhaus 2014 eine neue Dacheindeckung und die Turmzwiebel 2015 eine neue Kupfereinblechung.

 

Franziskaner Kloster

Eine zweckgebundene Geldspende in Höhe von 10.000 Gulden von den in Pfreimd gebürtigen Brüdern Dr. Albinus und Johann Ram in Augsburg veranlassten Landgraf Georg Ludwig von Leuchtenberg zum Bau eines Klosters mit Kirche. Der streng katholisch orientierte Fürst erhoffte sich dadurch, dem schmerzlichen Priestermangel in der Landgrafschaft abhelfen zu können. Nachdem bereits 1594 die Kirche geweiht werden konnte, folgte 1601 die Weihe des Klosters und 1601 Übergabe an Straßburger Franziskaner. Im August 1628 traten an ihre Stelle Franziskaner der bayerischen Reformatenprovinz.

Im 18. Jahrhundert fungierte das Franziskanerkloster zeitweise als Studienkloster. 1802 kam mit der Säkularisierung das klösterliche Leben zum Erliegen. Unter König Ludwig I. von Bayern gelang auf Drängen der Pfreimder Bevölkerung die Wiederbelebung des Klosters mit Franziskanern. Von 1831 bis 1869 wurde es als Hospiz und bis zum Abzug des Ordens 1995 als Guardianat geführt. Trotz Repressalien und Anfeindungen von außen überstand das Kloster die Jahre von 1933 bis 1945. Fehlender Nachwuchs und Priestermangel zwangen die Provinzleitung 1994/1995 das Kloster Pfreimd aufzugeben.

Im September 1995 sind schließlich die letzten Franziskaner von Pfreimd abgezogen. Die nördlich an der Kirche liegenden Konventgebäude reihen sich um einen Arkadenhof (Kreuzgang) mit ionischen Säulen. Die nördliche Ausrichtung des Kreuzgangs lässt an einen südländischen Architekten denken, dem die klimatischen Verhältnisse der Gegend nicht näher bekannt waren. Eine grundlegende Um- und Erweiterungsmaßnahme an der Klosteranlage erfolgte 1728. Nach der Aufhebung des Klosters 1802 gelangten die westlich orientierten Ökonomiegebäude, das Bräuhaus und ein Teil der Konventgebäude in Privathand. Für die Kirche und den verbliebenen Restgebäuden konnte kein Käufer gefunden. Sie blieben in Staatsbesitz. Nach der Wiedereinrichtung des Klosters konnten nach und nach die einst veräußerten Gebäude für den Orden zurückerworben werden. Sie sind heute im städtischem Eigentum. Ende des 19. Jahrhunderts entstand östlich der Klosterbauten am Pfreimdfluss ein Industriegebäude (Tuchmacherei). Das Kloster Pfreimd fertigte dort bis in die 1960er Jahr das gesamte Habittuch der bayerischen Franziskanerprovinz. Eine Ökonomie und eine Gärtnerei wurden ebenfalls bis dahin ausgeübt.

In den 1970er und 1980er Jahren wurde der gesamte Klosterkomplex einschließlich des Kirchenbaus einer Innenrenovierung unterzogen. Nach dem Weggang der Franziskaner folgte die Umnutzung der Gebäude. Im ehemaligen Bräuhaus fand der kirchliche Franziskuskindergarten eine Bleibe. Hinzu kam 2015 eine neu eingerichtete Kinderkrippe im städtischen Teil des Refektoriumtrakts. Das Obergeschoss des Refektoriumsbaus beherbergt eine sozialpädagogische Tagesstätte der Arbeiterwohlfahrt. Seit einer aufwändigen brandschutztechnischen Sanierung ab 2002 sind in den staatlichen Teilen des ehemaligen Klosters das katholische Pfarramt, das Pfarrzentrum sowie Wohnräume für die Geislichen untergebracht. Das Obergeschoss des Webereigebäudes wird von den im Altenheim tätigen indischen Ordensschwestern bewohnt. Eine Dachsanierung der Kirche 2014 sowie die Kupfereindeckung der Turmzwiebel im Jahr 2015 hat die Sanierungsmaßnahmen am ehemaligen Franziskanerkloster abgeschlossen.

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