Tue den Mund auf für die Stummen

"Tue den Mund auf für die Stummen" lautete das Motto des diesjährigen ökumenischen Gottesdienstes, der in der Pfreimder Pauluskirche stattfand. Die Gottesdienstbesucher sollten an diesem Abend daran erinnert werden, dass die Menschenrechte noch immer mit Füßen getreten werden. Menschen werden unterdrückt, jahrelang inhaftiert und an Leib und Seele gefoltert, sogar verschleppt und getötet, nur weil sie eine andere politische Meinung vertreten, einer bestimmten Rasse angehören oder eine andere Religion oder Hautfarbe haben. Gegen diese weltweiten Ungerechtigkeiten kämpft seit 70 Jahren Amnesty International, wie Frau Beck als Vertreterin der Menschenrechtsorganisation zu Beginn der Feier ausführte.

Zusammen mit der evangelischen Pfarrerin Irene Friedrich und dem katholischen Stadtpfarrer P. Georg Parampilthadathil brachten die anwesenden Gläubigen diese Ungerechtigkeiten vor Gott. In der Einführung fragten Bürgermeister Richard Tischer, Kirchenvorstand Hannelore Blank und Stadtrat Manfred Brucker kritisch nach, warum wir uns in unserer materiellen und politischen Sicherheit so wenig mit der Unterdrückung, dem Leid und der Verfolgung anderer Menschen befassen und sie ausblenden.

Das Zentrum der meditativen Feier bildete ein Gespräch, welches in verteilten Rollen vom stellvertretenden Landrat Arnold Kimmerl, Günther Holter und Judith Kraus eindrucksvoll vorgetragen wurde. Anhand von aktuellen Beispielen und biblischen Texten wurden Gegenwart und Vergangenheit geschickt verwoben und die Gottesdienstbesucher eindrücklich motiviert den Kreislauf von Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung zu durchbrechen.

Gekonnt und ergreifend trug Alina Kraus ein Gesangsstücks vor, bevor Frau Beck von Amnesty International einige konkrete Folterfälle vorstellte und dazu aufrief die ausliegenden Petitionen zu unterzeichnen. Nach den Fürbitten und dem Segen durch die beiden Geistlichen ging ein Gottesdienst zu Ende, der den teilnehmenden Christinnen und Christen beider Konfessionen noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Es bleibt zu hoffen, dass dies nicht die letzte Aktion des Ökomenischen Arbeitskreises sein wird.